Die Pouva Magica aus den unterschiedlichsten Epochen.


Der Ursprung der Rollfilmbetrachter liegt weit zurück. Einer der ersten dürfte dieser hier gewesen sein:


                          

Es handelt sich hierbei um ein Gerät ohne Glühlampe und Projektionsoptik. Er ist ähnlich aufgebaut, wie die einfachen >>>
DIA Betrachter <<<, hat aber eine Rollfilmhalterung. Da ich mich auf dieser Seite hauptsächlich mit den ostdeutschen Kinderstuben befassen möchte, werde ich mich mit diesen Bildern begnügen.

Die DIA Rollfilme aus der DDR waren in den 50er bis Ende der 70er Jahre in den ostdeutschen Kinderstuben weit verbreitet. Ich kann mich an einige Kindergeburtstage erinnern, bei den ich diesen Filmvorführungen mucksmäuschenstill gefolgt bin. Der Reiz dieser Vorführungen lag in der Kinoatmosphäre, wo man sich den zu zeigenden Film wünschen konnte, der dann in farbenprächtigen Bildern abgespielt und vorgelesen wurde. Ich habe noch heute den Geruch in der Nase, den eine warme Pouva Magica verströmte. Habt ihr noch alte Filme zuhause? Riecht mal daran, wenn sie gebraucht sind, verströmen sie heute noch diesen "Duft".

Hersteller dieser Filme gab es viele, auch schon vor dem Krieg. Die wichtigsten Hersteller zu DDR Zeiten waren die DEFA, Drei-Ring-Bildschau, der zunächst nur mit schwarz weiß Filmen, später aber auch Farbfilme produzierte. Vermutlich wurde aus diesem Hersteller durch Eigentümerwechsel oder Zusammenschluss kleinerer Betriebe später dann COLOR-GÖRNER-DRESDEN, der die alte Nummerierung beibehielt. Nennenswert sind sicher auch die DSF (Deutsch sowjetische Freundschaft) und der Deutsche Friedensrat die eine Vielzahl russischer Märchen für die deutschen Kinderstuben produzierte.
Nachfolgend werde ich auf dieser Seite die unterschiedlichen Hersteller und ihre Filme beleuchten. Ich selber stoße beim ansehen der Filme immer wieder auf neues, sodass der Aufbau dieser Internetseite wohl nie beendet wird. Wer bei dieser Aufgabe mitmachen möchte, melde sich bitte im >>> Forum <<< an. Dort können sich Gleichgesinnte austauschen.



Zitat: Wikipedia
"Karl Pouva (* 21. November 1903; † 16. Januar 1989) gründete 1939 die Karl Pouva AG in Freital.
Diese produzierte zuerst einfache Diaprojektoren, und ab 1951 auch sehr einfache Mittelformat-Kameras (für 120er Rollfilm 6X6) wie die Pouva Start.
Bekannt ist der einfache Diaprojektor Pouva Magica aus schwarzem Bakelit, der wohl seit den 50er Jahren nahezu unverändert bis in die 80er Jahre hinein produziert wurde.

Die Firma Karl Pouvas wurde 1972 in Volkseigentum überführt und später dem Woldemar Beier Werk (Freitaler Kameraindustrie Beier & Co.) angegliedert."
Zitat: Ende


Die wichtigsten Entwicklungsstufen der Pouva Magica:

1. Die noch offene Metall Pouva

Das Metallgehäuse war noch mit einer Art Gitterstruktur versehen, um die Wärme besser ableiten zu können. Es gab sie in zumindest in den Farben grün und schwarz.

Urmodell                       Urmodell
Das Objektiv hatte nur im Urmodell Angaben zur Brennweite. Es darf vermutet werden, dass diese auch bei den späteren Modellen identisch blieb.
Pouva Proj. - Anastigmat 1:4,5 f=10 cm.

Objektiv


2. Die geschlossene Metall Pouva mit drehbarer Filmführung


Das Objektiv dieser Pouva ist funktionstechnisch mit der letzten Generation identisch. Die Filmspulen waren zwar noch aus Holz und der Tubus aus Metall, aber es konnten bereits hoch- bzw. querformatige Filme betrachtet werden. Das war einer der größten Vorzüge ab dieser Generation. Mit diesem Vorteil schaffte des Karl Pouva, seiner Konkurrenz ein wenig voraus zu sein.

2a          2b
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3. Die Bakelit Pouva mit Metalldeckel


Diese Pouva ist von der Bauart schon sehr nahe an dem letzten, endgültigem Modell. Nur der obere Deckel war noch aus Metall und die Lampenfassung im Durchmesser etwas geringer. In den ersten Generationen hatte die Pouva noch einen Glasspiegel. Dieser war sehr anfällig und wurde erst in der fünften Generation gegen einen Metallholspiegel ausgetauscht. Der Metalldeckel, noch mit dem des Vorgängermodells identisch, war ursprünglich nur aufgelegt, in einer weiteren Entwicklungsstufe dann geschraubt. Die Urmodelle der Bakelit Pouva hatten noch wie das Vorgängermodell Holzspulen.

 Pouva 3   pouva 3


Mit der Produktionsaufnahme dieses Modells, brachte die Firma 1950 ein Werbeblatt raus. Abgebildet war die Pouva noch mit Holzspulen. Im Text werden für den Betrieb noch "Glühlampen von 60 oder 100 Watt" empfohlen. Man hat dann aber wohl doch eingesehen, dass 100 Watt zu viel sind. In den Bedienanleitungen ab 1979 werden 60 Watt Glühlampen als maximal angegeben. Filme, die mit 100 Wattglühlampen vorgeführt wurden, sahen nach kürzerer Zeit etwa >>> so <<< aus.


Werbeblatt für die Pouva der 3. Bauart

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4a. Die Bakelit Pouva mit kleiner Lampenfassung.


Der Weg zur endgültigen Pouva Magica, die komplett aus Bakelit gefertigt war, ging schrittweise und in mehreren Zwischenstufen. Die beiden Hauptmerkmale bei allen Zwischenstufen dieser 4. Variante, sind der noch eingesetzt Glasspiegel und die im Durchmesser kleine Lampenfassung.
Die vermutlich erste dieser Stufen war eine Pouva, deren Deckel und Körper aus einem Guss waren. Um das zu veranschaulichen habe ich mal eine solche zerlegt. Der kleine Bakelitring mit der Fassung (rechts im Bild), ist nur oben aufgelegt und wird durch die Fassung gehalten. Er ist etwa 45° drehbar, sodass die Kühlungslöcher geöffnet oder geschlossen werden können. Der Nachteil bei dieser Variante war, dass im Gehäuse Hitzespannungen entstanden, wodurch Risse entstehen konnten.



4a    4b
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5. Die Bakelit Pouva mit versuchsweise großer Lampenfassung

Diese Pouva ist der Versuch, den Nachteil des enormen Hitzestaues entgegen zu wirken. Durch die extrem große Lampenfassung, werden die Hitzespannungen im Bakelit der Fassung besser verteilt. Allerdings ist der Lampenkörper selbst noch aus einem Stück, was das wirkliche Problem nicht löste.




4b. Die Bakelit Pouva mit kleiner Lampenfassung neu aufgelegt.


Um diesen Nachteil auszubessern ging man dann vermutlich wieder zu der geteilten Form, wie bei der 1. - 3. Variante über. Der Deckel wurde entweder geschraubt, später dann auch schon genietet.
Von diesem Modell sind verschiedene Farbvarianten einzelner Teile bekannt. Sie kommen in braun, rotbraun, blau, grau und weiß vor.


 
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6. Die Bakelit Pouva mit großer Lampenfassung

Diese Pouva ist die bis zur "Wende" produzierte. Sie hat einen aufgenieteten Bakelitdeckel. In der Anfangsphase der Produktion hatte diese Pouva noch den alten, anfälligen Glasspiegel. Als letzte Neuerung wurde sie dann mit einem "unverwüstlichen" Metallspiegel ausgestattet. Sehr gut zu erkennen ist auch die im Durchmesser größere Lampenfassung. Das Stromkabel ist eine weiße Litze mit angegossenem Stecker. Dieser ist für die heute in Deutschland üblichen Steckdosen geeignet. Wer heute sich eine Pouva zulegen möchte, sollte sich nach einer solchen umsehen, da dies die robusteste Form ist. Ich würde bei Auktionen immer vor einem Gebot nachfragen, ob der Spiegel auch wirklich aus Metall ist. Im rechten Bild ist das Objektiv um 90 Grad gedreht zu sehen. In dieser Stellung können senkrechte Filmformate abgespielt werden. Um dieses zu wechseln, braucht der Film nicht herausgenommen zu werden. Das ist bei vielen Landschaftsfilmen von ganz besonderem Vorteil, da diese häufig Bilder im gemischten Format beinhalten.


5a    5b


Von der Pouva ist auch eine Rechnung bekannt, die belegt, dass zumindest ein Teil von ihnen im Rahmen des PA Unterrichtes (polytechnische Arbeit) gefertigt wurden.

Rechnung    Rechnung


Standardmäßig konnten in allen  Pouva Magicas 35 mm Filme (Leica - Standartformat), im Hoch- bzw. Querformat abgespielt werden. Im Zubehörhandel gab es aber auch einsetzbare Filmbahnen für kleinere Formate.

                 

a
c
35 mm Standart Leica Format
b
d
Filmbahn für ein kleineres Format


Bedienungsanleitungen

Von der Bedienungsanleitung gibt es unterschiedliche Varianten, die den einzelnen Epochen zugeordnet werden können. Dank des Druckvermerkes kann ich sie hier in der Reihenfolge des Erscheinens auflisten. Die ursprüngliche Variante war in den Kartondeckel eingeklebt. Später wurde dann ein beidseitig bedruckter Zettel beigelegt.



a            b
    c            d
e


>>> zur Auflistung aller bekannten Anleitungen <<<


Die Linsen

Auf Grund der vielen Nachfragen habe ich jetzt zwei Skizzen mit den Linsen angefertigt. Es gehören vier davon in die Pouva. Zwei kleine befinden sich im Objektivrohr vom Tubus. Sie werden durch zwei Halteringe aus Metall (ältere Variante), bzw. aus Kunststoff (neuere Variante) gehalten. Diese beiden Linsen werden mit der Wölbung nach außen eingesetzt!

 

Tubus
 


Die Halteringe:

Halteringe

  
     Metall                                     Kunststoff    

Haltering




Im Kondensor verhält es sich genau anders herum. Die Linsen stehen mit der Wölbung zu einander. In einigen Pouvas ist eine dieser beiden "großen" Linsen aus Kunststoff. Diese gehört dann auf die von der Glühlampe abgewandte Seite! (hitzeempfindlich!) Sind beide Linsen aus Glas, so ist die Seite, in die sie eingesetzt werden egal.

An dieser Stelle möchte ich noch darauf hinweisen, dass der Holhspiegel zwar wichtig ist, aber die genaue Höheneinstellung der Glühlampe weitaus mehr bringt. Ihr müsst den Wolframfaden der Glühlampe genau auf die Mitte der Linsen einstellen. Die Fassung der Pouva ist dazu Höhenverstellbar! An alle „Nachfrager“ nach Hohlspiegel: ich habe wirklich keine Ersatzspiegel, und sollte ich mal einen in die Finger bekommen, so werde ich ihn selbst behalten und verwenden.


 

Kondensorlinsen


Die original Verpackungskartons.
Von den Verpackungskartons sind mir bisher zwei Varianten bekannt. Ich denke, dass die Bilder aussagekräftig genug sind.

Karton a Karton b
Karton a&b


Verpackungsetiketten

Es gibt sie mit und ohne Preisaufdruck, so wie die spätere gezackte Form. Auch die Druckvermerke unterscheiden sich. Das erste bekannte Label stammt von 1949. Die meisten können aber leider nicht exakt Datiert werden.


 

Label a
Label b Label c
Label d Label e
Label f Label g




Wenn eure Pouva mal entzwei geht:
Solltet ihr einmal Eratzteile für eure Pouva Magica benötigen, so habe ich immer fast alles da. Das Angebot wechselt zwar ständig, aber mit ein wenig Geduld, lässt sich eigentlich alles zum kleinen Preis beschaffen. Eine kurze E-Mail an mich genügt.